Projekt "habitat"
Historischer Bungalow,
Meerbusch
Moderne Energieversorgung im Bestand
Intelligent vernetzt schöpft das Gebäude maximale Eigenenergie
Das Projekt »habitat« zeigt, wie ein 1967 von Professor Wolfgang Döring geplantes und seit 2014 geschütztes Bau- und Gartendenkmal mithilfe innovativer Energietechnik zukunftsfähig gemacht wurde, ohne dass seine architektonische Identität verloren ging.
Bei einer behutsamen Sanierung wurde das Ensemble im Jahr 2019 durch einen sorgfältig ausgeführten denkmalgerechten Um- und Anbau des Düsseldorfer Architekturbüros »DÖRING DAHMEN JOERESSEN ARCHITEKTEN« erweitert. Straßenseitig erscheint die charakteristische Gebäudestruktur geschlossen, zum Garten hin ist sie jedoch großzügig geöffnet. Architektur und Landschaft sind hier unmittelbar miteinander verbunden.
Nachhaltiger Denkmalschutz
Energetische Sanierung sensibler Substanz
Nach einem Eigentümerwechsel rückte im Jahr 2025 die nachhaltige energetische Transformation des Gebäudes in den Fokus. Dabei wurden alle Maßnahmen in enger Abstimmung mit der Denkmalbehörde umgesetzt, um Energieeffizienz und bauliche Qualität in Einklang zu bringen. So blieb der ursprüngliche architektonische Gedanke Dörings erhalten. Die funktional-industriell gedachte und zugleich ästhetisch reduzierte Bauweise bildet das Grundgerüst, das nun durch smarte, intelligente Energietechnik ergänzt wurde. Diese führt den Innovationsgrad der Architektur technisch weiter.
Saubere Sonnenkraft
Maximale Eigenenergie dank 25-kWp-Photovoltaik-Anlage
Insgesamt wurden auf allen nutzbaren Flachdächern 56 Photovoltaikmodule mit minimaler Aufständerung installiert. Diese fügen sich unauffällig in das Gesamtbild ein. Die Anlage erzeugt Energie für Wärme, Warmwasser, Mobilität und den Haushalt. Sowohl die Sonnenenergie als auch der Netzstrombezug und die entsprechende Speicherung werden nun intelligent gesteuert, sodass eine optimale Energienutzung jederzeit gewährleistet ist. In den Sommermonaten des Jahres 2025 erreichte das Ensemble dadurch sieben Monate vollständige Autarkie. Reicht der eigenproduzierte Strom nicht aus, wird ergänzend Ökostrom bezogen.

Intelligenter flow
Energiemanagement und Batteriespeicherung im Seitengebäude
Der Energiemanager flow in der Technikzentrale bildet das Herzstück des gesamten Energieflusses. Das System überwacht, steuert und optimiert alle Erzeuger und Verbraucher – von der Photovoltaikanlage die Batterie im Energiespeicher bis zur Wärmepumpe und Ladeinfrastruktur. So wird jederzeit automatisch neu entschieden, ob und wo Energie gespeichert, verbraucht oder – bei Erzeugungsüberschüssen – ins Netz eingespeist wird. Das steigert die Effizienz und bereitet das Gebäude auf künftige Technologien wie Vehicle-to-Home (V2H) vor. Dabei kann ein Elektrofahrzeug aktiv in den Energiekreislauf eingebunden werden.
Smarter Komfort
Über die flow-App wird Energie effizient verteilt
Zur Steuerung des Gebäudes mit allen smarten Geräten sowie zur Nutzung unterschiedlicher Plattformen wurde ein iPad installiert, das für Bewohnende wie Besuchende zugänglich ist. Mithilfe der dazugehörigen flow-App lassen sich beispielsweise alle Energieflüsse im Gebäude klar nachvollziehen. Die grafische Darstellung zeigt in Echtzeit transparent, wie viel Energie erzeugt, gespeichert oder verbraucht wird.

Dekarbonisierte Wärmeerzeugung
Wärmepumpentechnik – effizient und klimafreundlich
Die zuvor installierte Gasheizung wurde durch eine effiziente Heiztechnik auf Basis erneuerbarer Energien ersetzt. Eine außen aufgestellte Luft-Wasser-Wärmepumpe liefert nun die Wärme für die Fußbodenheizung und das Brauchwasser. Die kompakte Innenaufstellung mit integriertem Puffer-und Brauchwasserspeicher sorgt für eine optimale thermische Speicherung. Gesteuert wird das System durch eine smarte Einzelraumregelung, die Temperatur und Luftfeuchte erfasst und so für ein gleichmäßiges, gesundes Raumklima sorgt.
Im Zusammenspiel aus Photovoltaik, Speichertechnik und intelligenter Steuerung entsteht ein lernendes Energiesystem, das sich kontinuierlich an den Bedarf, die Jahreszeiten und an zukünftige Technologien anpasst. Es nutzt erneuerbare Energie effizient für Wärme, Warmwasser, Haustechnik und Mobilität und reduziert den CO₂-Ausstoß langfristig und nachhaltig.

Projektbeteiligte
1967
Erbauung durch Architekt Prof. Wolfgang Döring, Düsseldorf
2014
Erhebung zum Bau-und Gartendenkmal Sanierung der Bäder, des Daches und der Haustechnik
2019
Sanierung und Erweiterung des Gebäudebestands
DÖRING DAHMEN JOERESSEN ARCHITEKTEN, Düsseldorf
2025
Energetische Sanierung
Bauherr: Markus Schüßler
Energiekonzept, Elektroinstallation und Heizungsbau: STAMOS GMBH, Rhein-Kreis-Neuss
www.stamos.de









