SLS-Schalter: Selektive Hauptleitungsschutzschalter für die Gebäudeinstallation
Der SLS-Schalter ist das zentrale Schutzgerät in der Hauptleitung von Gebäuden. Als selektiver Hauptleitungsschutzschalter stellt er sicher, dass bei einem Fehler nur der betroffene Netzteilbereich abgeschaltet wird. Der SH-Schalter kombiniert Kurzschlussschutz, selektive Abschaltung und die Funktion eines zentralen Hauptschalters in einem Gerät.
Selektivitätsanforderungen in Stromnetzen
Stromnetze müssen umfassend gegen Fehler abgesichert sein. Eine selektive Abschaltung ist als Trennung vom restlichen Stromnetz vor jedem Zähler vorgesehen. Bei einem Kurzschluss wird nur derjenige Teilbereich stromlos geschaltet, der betroffen ist - beispielsweise nur ein einzelner Steckdosenstromkreis anstatt gleich das gesamte Gebäude. Die Auslösung durch den selektiven Hauptschalter erfolgt dabei verzögert.
Der selektive Leitungsschutzschalter ist im Rahmen dieser Maßnahmen gleichzeitig das erste, letzte und wichtigste Glied als selektive Überstromschutzeinrichtung bei der Gebäudeinstallation Die Selektivität ermöglicht, dass nicht betroffene Stromkreise weiter funktionsfähig und einsatzfähig bleiben.
Aufbau und Funktion des SLS-Schalters (Hauptleitungsschutzschalter)
Der SLS Schalter (Hauptleitungsschutzschalter / Hauptsicherungsautomat) in seiner Eigenschaft als Hauptleitungsschutzschalter wird in der Hauptleitung eines Gebäudes installiert. Er findet sich im netzseitigen Anschlussraum (NAR) noch vor dem Zähler. Der Schalter muss auch durch Laien bedienbar sein. Er ist in der Lage, das gesamte Gebäudestromnetz zu schalten. Je nach Gebäudenetzwerk erfolgt dies nur 1-phasig oder 3-phasig.
Die wichtigsten Aufgaben des Hauptsicherungsautomaten sind:
Es lösen zunächst diejenigen Schutzschalter aus, die der Fehlerquelle am nächsten liegen. Dadurch wird die geforderte Selektivität hergestellt.
Er begrenzt den Kurzschlussstrom unabhängig vom Schaltzustand auf elektromagnetische Art und Weise sofort und verhindert somit weitergehende Schäden.
Zusätzlich kann der selektive Hauptleitungsschutzschalter aber auch eine Selektivität entgegen der Flussrichtung des Stromes herstellen – wenn es noch vorgeschaltete Schmelz- oder andere Sicherungen gibt. Auf diese Weise schützt er das dahinter installierte Gebäudenetz auch bis zu einem gewissen Grad vor Störungen auf der Netzseite.

Vorteile des SLS-/SH-Schalters im Überblick
Ein gezielterer Schutz eines Stromnetzes ist der wichtigste Vorteil von selektiven Leitungsschutzschaltern. Allerdings kommen noch weitere Punkte hinzu:
- Zentrale Abschaltmöglichkeit: Der SLS-Schalter kann als zentraler Hauptschalter eingesetzt werden. Er bietet von einem Punkt aus die Möglichkeit, selbst ein sehr großes nachgeschaltetes Verteilernetz mit zahlreichen Steckdosen- und Lichtstromkreisen zuverlässig stromlos zu schalten. Das erhöht nicht zuletzt in weitläufigen und/oder unübersichtlichen Arealen und Gebäuden die Sicherheit.
- Höhere Versorgungssicherheit: Der SLS-Hauptschalter sorgt bei einem Kurzschluss zwar dafür, dass der Kurzschlussstrom reduziert wird, er schaltet jedoch nicht betroffene Bereiche vor seinem endgültigen Ansprechen nicht gänzlich ab, wodurch deren sicherer Weiterbetrieb gewährleistet werden kann.
- Zusätzliche Schutzfunktion: Er dient als Backup für die anderen installierten Leitungsschutz- und Fehlerstromschutzschalter oder Schmelzsicherungen.
- Manipulations- und Wiedereinschaltschutz: Serienmäßig sind Abschließ- und Plombierbarkeit gegeben. Hager SLS-Schalter lassen sich zusätzlich mit einer Wiedereinschaltsperre versehen.
SLS-Schalter in der Praxis: Typische Einsatzbereiche
Der selektive Hauptschalter wird überall dort eingesetzt, wo eine zuverlässige Absicherung der Hauptleitung vor dem Zähler gefordert ist. Typische Anwendungen:
Hager bietet SLS-Schalter in verschiedenen Nennströmen und Ausführungen, die auf die jeweiligen Anforderungen der Gebäudeinstallation abgestimmt sind.
Häufige Fragen zum SLS-Schalter
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Ist der SLS-Schalter vorgeschrieben?
Ja. Die VDE-AR-N 4100 schreibt im netzseitigen Anschlussraum (NAR) vor jedem Zähler zwingend eine selektive Überstromschutzeinrichtung vor. Der SLS-Schalter erfüllt diese Anforderung als Freischalteinrichtung, zentrale Überstromschutzeinrichtung und Trennvorrichtung in einem Gerät.
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Welche Nennströme sind bei Hager SLS-Schaltern verfügbar?
Die Hager SLS-Schalter sind in Nennströmen von 16 A bis 100 A erhältlich: in 1-poliger, 3-poliger und 4-poliger Ausführung (3P+N). Für einphasige Anwendungen stehen Versionen ab 16 A bis 63 A zur Verfügung, für dreiphasige Anwendungen bis 100 A. Alle Ausführungen finden Sie im Hager-Katalog zu SLS-Schaltern.
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Was ist der Unterschied zwischen Charakteristik E und Cs?
Beide Charakteristiken sind für den Einsatz als selektiver Hauptleitungsschutzschalter geeignet. Der SLS-Schalter Typ E löst gegenüber nachgeschalteten Leitungsschutzschaltern zeitlich verzögert aus und stellt so die geforderte Selektivität sicher. Typ Cs ist ebenfalls im Hager-Sortiment verfügbar. Welche Charakteristik im konkreten Projekt einzusetzen ist, hängt von den Anforderungen der jeweiligen Anlage ab.
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Kann der SLS-Schalter auf Hutschiene und Sammelschiene montiert werden?
Ja. Hager SLS-Schalter sind sowohl für die Hutschienenmontage als auch für die Montage auf dem Sammelschienensystem quickconnect erhältlich.
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Darf der SLS-Schalter von Laien bedient werden?
Ja. Die VDE-AR-N 4100 schreibt vor, dass die selektive Überstromschutzeinrichtung im NAR laienbedienbar sowie sperr- und plombierbar sein muss. Die Hager SLS-Schalter erfüllen diese Anforderungen.