Leitungs­schutz­schalter (LS-Schalter)

Keine Chance für Kurz­schluss und Über­last


Verläss­li­cher Schutz­schild: 

Haupt­auf­gabe des Leitungs­schutz­schal­ters (LS-Schalter) ist es, den Strom­kreis bei einem zu hohen Strom­fluss zuver­lässig abzu­schalten.



LS-Schalter sitzen norma­ler­weise im Endstrom­kreis in der Elek­tro­ver­tei­lung und schützen Leitungen vor Beschä­di­gung durch Erhit­zung infolge zu hohen Stroms. In Schalt­plänen werden LS-Schalter mit folgendem Symbol gezeichnet:

1-poliger Leitungs­schutz­schalter

3-poliger Leitungs­schutz­schalter



Die Vorteile im Vergleich
zu einer Schmelz­si­che­rung

  • Nach dem Auslösen kann der LS-Schalter wieder einge­schaltet werden.
  • Laien können ihn bedienen (LS 6 kA + 10 kA nach EN 60898-1).
  • Kompakte Bauweise.
  • Keine Verän­de­rung der Auslö­se­kenn­linie durch Alte­rung.
  • Kompa­tibel mit Zusatz­ein­rich­tungen wie z. B. Hilfs­kon­takten.

Was das „Klein­ge­druckte“ auf dem LS-Schalter bedeutet, erfahren Sie hier.


Aufbau eines
LS-Schal­ters

Wich­tige Elemente eines Leitungs­schutz­schal­ters:

 

1 Kipp­hebel mit Schalt­schloss

2 Frei­lauf - für den Fall, dass der Kipp­hebel in der Ein-Posi­tion blockiert ist

3 Bime­tall - Ther­mi­sches Auslö­se­system

4.1 Schalt­kon­takt (fest)

4.2 Schalt­kon­takt (beweg­lich)

5 Funken-Lösch­kammer

6 Elek­tro­ma­gnet - Elek­tro­ma­gne­ti­sches Auslö­se­system

7 Schlaganker

8.1 Anschluss­klemme (Bi-Connect)

8.2 Anschluss­klemme



Wie funk­tio­niert ein
LS-Schalter?

Sobald Strom durch den LS-Schalter fließt, entsteht ein magne­ti­sches Feld und durch den Wider­stand Wärme. Diese beiden physi­ka­li­schen Eigen­schaften nutzt der LS-Schalter in zwei Fällen aus:

Im Über­last­fall ...

... verbiegt sich ein Bime­tall mit der stei­genden Wärme (mit dem stei­genden Strom), bis es zu einer Auslö­sung kommt.

Im Kurz­schluss­fall (bei schnellem, hohem Strom) ...

... ist die Träg­heit des Bime­talls zu groß und der elek­tro­ma­gne­ti­sche Auslöser (Spule + Schlaganker) löst aus. Sobald das Magnet­feld zu groß ist, wird der Anker durch den Magneten ange­zogen und der Strom­fluss sofort unter­bro­chen.



Unter­schei­dungs­merk­male
bei LS-Schal­tern

  • Bemes­sungs­strom (oder Nenn­strom): Strom, den ein LS dauer­haft halten kann.
  • Pol-Zahl: Defi­niert, ob der LS-Schalter z. B. für einpha­sige oder mehr­pha­sige Verbrau­cher bestimmt ist.
  • Schalt­ver­mögen: Ein LS-Schalter muss den erwar­teten maxi­malen Kurz­schluss­strom an seiner Fehler­stelle sicher abschalten können. Daher muss der erwar­tete maxi­male Kurz­schluss­strom immer kleiner sein, als das Schalt­ver­mögen des LS-Schal­ters.
  • Auslö­se­cha­rak­te­ristik: Defi­niert den Strom­be­reich, bei dem der elektro-magne­ti­sche Auslöser den Strom­kreis unter­bricht. Der Einsatz­zweck des LS-Schal­ters bestimmt die Auslö­se­cha­rak­te­ristik B, C, D oder K.


Die Auslö­se­cha­rak­te­ris­tika
bei LS-Schal­tern

Charak­te­ristik B

wird für Licht- und Steck­do­sen­kreise verwendet.

Charak­te­ristik C

wird für Strom­kreise verwendet, an die Geräte mit hohen Einschalt­strömen ange­schlossen werden (z. B. Elek­tro­mo­toren).

Charak­te­ristik D

wird für Strom­kreise verwendet, an die Geräte mit sehr hohen Einschalt­strömen ange­schlossen werden (z. B. Schweiß­trans­for­ma­toren).

Charak­te­ristik K

kommt heute sehr selten zum Einsatz. Das Verhalten einer K-Charak­te­ristik ist noch „träger“ als das Verhalten der D -Charak­te­ristik.
(Verwen­dung bei Sonder­an­wen­dungen für extrem kurz­fristig hohe Einschalt­ströme)



LS-Schalter
auf einen Blick

  • Leitungs­schutz­schalter schützen Leitungen bei Kurz­schluss und Über­last.
  • Ein Leitungs­schutz­schalter muss bei einem zu hohen Strom den Strom­kreis sicher und zuver­lässig abschalten.
  • Die wesent­li­chen Unter­schiede bei Leitungs­schutz­schal­tern: Nenn­strom bzw. Bemes­sungs­strom, Pol-Zahl, Auslö­se­cha­rak­te­ristik (B; C; D; K), Schalt­ver­mögen in kA.