Effi­zi­ente PV-Anlagen planen: Die wich­tigsten Kenn­daten für den Betrieb

Eine Photo­vol­taik-Anlage (PV) bietet weit­rei­chende Möglich­keiten zur Eigen­strom­er­zeu­gung und somit einer sehr güns­tigen Versor­gung der Gebäu­de­elek­trik. Tatsäch­lich lassen sich sogar Wall­boxen mit PV-Anlagen koppeln, wodurch sich beim E-Auto-Laden die Kosten nur noch im Bereich von 8 bis 11 Cent pro Kilo­watt­stunde bewegen – statt über 40 ct / kWh bei herkömm­li­cher Versor­gung. 
Aufgrund der Natur dieser Form der Ener­gie­er­zeu­gung sind jedoch verschie­dene Para­meter zu beachten. Sie garan­tieren sowohl eine gene­relle Mach­bar­keit am Standort als auch eine maximal effi­zi­ente, kosten­güns­tige und rentable Erzeu­gung von Strom durch Sonnen­ein­strah­lung. Eine sorg­fäl­tige PV-Anla­gen­pla­nung schafft dafür die Grund­lage.

PV-Anlage auf Ziegeldach: Solarmodule bei optimaler Sonneneinstrahlung für die Anlagenplanung

PV-Anla­gen­pla­nung:
Stati­sche Kenn­zahlen für das Dach

Jede Photo­vol­ta­ik­an­lage stellt eine Last dar. Beson­ders rele­vant wird dies auf Gebäu­de­dä­chern. Zwar verlangen die Normen eine Dach­stuhl­kon­struk­tion mit Last­re­serven, jedoch kann das zusätz­liche Gewicht einer PV-Anlage diese mitunter zu stark verrin­gern – dann kann beispiels­weise Schnee­fall proble­ma­tisch werden.

 

Typi­scher­weise beträgt das Gewicht einzelner Solar­platten einer PV-Anlage 10 bis 12 kg / m², hinzu kommt die Unter­kon­struk­tion von 7 bis 15 kg / m². Ein Modul kommt also auf Quadrat­me­ter­ge­wichte zwischen zirka 17 und 27 kg.

 

Zudem ist je nach Konstruk­tion und Standort zusätz­li­cher Ballast nötig, um Wind­lasten abzu­fangen. Dies bedeutet weitere Lasten zwischen 10 und 25 kg / m², die dementspre­chend um die Anzahl der Platten multi­pli­ziert werden müssen.

 

Da in vielen Bundes­län­dern PV-Anlagen bauge­neh­mi­gungs­frei errichtet werden können, empfiehlt sich ange­sichts dieser Zusatz­lasten drin­gend eine vorhe­rige stati­sche Über­prü­fung der Dach­kon­struk­tion durch einen Fach­mann. Das ist insbe­son­dere bei weit­läu­figen (Hallen-) Dächern und gene­rell älteren Konstruk­tionen sinn­voll.


Solar­an­lage planen: Ausrich­tung und opti­maler Neigungs­winkel

Photo­vol­ta­ik­an­lagen erzeugen immer Strom, sobald Sonnen­licht auf sie fällt – jedoch nicht immer dieselbe Menge. Für einen maximal effek­tiven Betrieb ist ein Licht­ein­fall genau senk­recht zur PV-Anlage notwendig. 
Jede Winkel­ab­wei­chung in der Hori­zon­talen und Verti­kalen vermin­dert den Ertrag. Für die Praxis bestehen aller­dings verschie­dene Heraus­for­de­rungen.

Einfamilienhaus mit vollflächig belegtem Satteldach: PV-Anlage in Südausrichtung für die Anlagenplanung

Heraus­for­de­rung
Sonnen­stand

  • Sonnen­ver­lauf: Die Sonne wandert in ebenem Gebiet im Tages­ver­lauf in einem 180-Grad-Bogen von 90° (Osten) bis -90° (Westen). Nur mittags beträgt der Azimut­winkel im Zenit exakt 0°.
  • Jahres­zeit­li­cher Sonnen­stand: Die Höhe des Sonnen­standes verän­dert sich im Jahres­ver­lauf. Auf dem 50. nörd­li­chen Brei­ten­grad beispiels­weise (Höhe Mainz) steht sie zur Sommer­son­nen­wende bei 63,45°, zur Winter­son­nen­wende hingegen nur bei 16,55°.
  • Einfluss des Brei­ten­grads: Die Höhe des Sonnen­standes unter­scheidet sich ferner vom Brei­ten­grad des jewei­ligen Stand­ortes. Dadurch ist die Sonnen­en­ergie (auf der Nord­halb­kugel) in südli­cheren Arealen gene­rell stärker. Das Licht muss durch den stei­leren Auftreff­winkel eine gerin­gere Atmo­sphä­ren­dis­tanz durch­dringen und wird dadurch weniger abge­schwächt.
  • Örtliche Gege­ben­heiten: Hinzu kommen örtliche Heraus­for­de­rungen, etwa Abschat­tungen durch Gelän­de­for­ma­tionen oder Gebäude. Auch die Art des Daches spielt eine Rolle: Auf einem Flach­dach beispiels­weise können alle Module problemlos nach Süden, Westen oder Osten weisen, wohin­gegen bei einem Sattel­dach rech­ne­risch nur die halbe Dach­fläche sonnen­günstig liegt.

 

In der Folge kann eine fest­in­stal­lierte Photo­vol­ta­ik­an­lage nur an wenigen Tagen im Jahr ihr abso­lutes Leis­tungs­ma­ximum liefern. In Deutsch­land erfolgt eine Instal­la­tion der PV-Anlage deshalb mit zirka 35° Neigung in südli­cher Ausrich­tung. Dies garan­tiert über den gesamten Tages- und Jahres­ver­lauf eine möglichst hohe Gesamt­aus­las­tung.

 

Je nach örtli­chen Gege­ben­heiten (etwa in Tallagen) kann jedoch eine andere Ausrich­tung nötig sein. Erste Über­blicke bieten die regio­nalen Solar­ka­taster. Jedoch kann nur eine exakte Evalu­ie­rung des Stand­ortes durch Experten endgül­tige Antworten geben.

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Solarpark mit Photovoltaik-Modulen und Windkraftanlagen bei Sonnenuntergang

Der Wirkungs­grad der einzelnen Solar­mo­dule

Die Leis­tungs­fä­hig­keit und somit der Ertrag einer Photo­vol­ta­ik­an­lage und dadurch aller damit verbun­denen Lade­punkte und Kosten für das E-Auto-Laden ist das Ergebnis eines fein austa­rierten Zusam­men­spiels verschie­dener Kenn­daten. Der Wirkungs­grad der Module (Modul­wir­kungs­grad) ist dabei der erste Schlüssel, noch vor einer sonnen­güns­tigen Ausrich­tung.

 

Dieser Wert bezeichnet die gene­relle Leis­tungs­fä­hig­keit eines Moduls unter besten Umge­bungs­be­din­gungen rein durch seine Konstruk­tion. Das heißt: Die auftref­fende Sonnen­en­ergie wird durch die abge­ge­bene elek­tri­sche Energie divi­diert. Stan­dard­mäßig nimmt man dafür 1.000 Watt (W) Einstrah­lungs­en­ergie bei 25 °C Modul­tem­pe­ratur und einer Luft­masse von 1,5 an – die Sonne muss durch einen schrägen Einfalls­winkel die 1,5-fache reale Atmo­sphä­ren­dicke durch­dringen.

Poly­kris­tal­line Solar­mo­dule

Sie errei­chen aktuell (Stand: 2022) Wirkungs­grade zwischen 15 und 20 Prozent. Dem gegen­über steht jedoch ein deut­lich gerin­gerer Anschaf­fungs­preis durch die einfa­chere Herstel­lung der Zellen.

Mono­kris­tal­line Solar­mo­dule

Ihr Wirkungs­grad liegt zwischen 20 und 22 Prozent. Da es jedoch deut­lich schwie­riger ist, mono­kris­tal­line Zellen anzu­fer­tigen, liegen die Anschaf­fungs­preise deut­lich höher.



Leis­tung und Ertrag durch Kilo­watt-Werte

Durch Umge­bungs­be­din­gungen, Ausrich­tung, Modul­wir­kungs­grad und Umfang der Photo­vol­ta­ik­an­lage ergeben sich Leis­tungs­kenn­werte bezüg­lich der abge­ge­benen elek­tri­schen Energie. Hierbei sind zwei Kenn­größen von beson­derer Bedeu­tung:


Kilo­watt­stunde (kWh) – der Anla­gen­er­trag

Dieser Wert bezif­fert, wie viele Kilo­watt Strom eine PV-Anlage inner­halb einer Stunde erzeugt. Eine Photo­vol­ta­ik­an­lage mit 250 W würde an einem Tag mit zehn Sonnen­stunden 2,5 kWh erzeugen.

Kilo­watt-Peak (kWp) – die Anla­gen­leis­tung

Dieser Wert beschreibt die höchste Leis­tung, die eine Photo­vol­ta­ik­an­lage unter opti­malen Umge­bungs­be­din­gungen erzielen kann. Diese Werte werden im Daten­blatt der Anlage ange­geben.



Anla­gen­größe nach Strom­be­darf dimen­sio­nieren

Ein Teil­schritt der PV-Anla­gen­pla­nung, der oft unter­schätzt wird, ist die Dimen­sio­nie­rung: Die passende Anla­gen­größe ergibt sich aus dem Jahres­strom­ver­brauch des Gebäudes und der verfüg­baren Dach­fläche, nicht aus einer pauschalen Modul­zahl.

 

Als Richt­wert für die Flächen­pla­nung gilt: Pro Kilo­watt Peak (kWp) instal­lierter Leis­tung werden bei modernen kris­tal­linen Modulen je nach Modultyp etwa 5 bis 7 Quadrat­meter beleg­bare Dach­fläche benö­tigt. Damit lässt sich eine geplante Anla­gen­größe bereits grob mit der vorhan­denen Dach­fläche abglei­chen, bevor ein Fach­be­trieb im Rahmen der eigent­li­chen Anla­gen­pla­nung die exakte Ausle­gung über­nimmt.


Anla­gen­er­trag und Amor­ti­sa­ti­ons­dauer bei der PV-Anla­gen­pla­nung

Die Anschaf­fungs­kosten einer Photo­vol­ta­ik­an­lage divi­diert durch die einge­sparten Ausgaben für Netz­strom ergeben einen Gesamt­wert. Je mehr eine PV-Anlage durch opti­male Standort- und Sonnen­be­din­gungen leistet und je mehr Strom davon ohne Netz­ein­spei­sung genutzt wird, desto schneller hat sich das System amor­ti­siert. Diese nötige Trans­pa­renz ist ein weiterer wich­tiger Grund, auf eine Wallbox mit Strom­zähler zu setzen.



Rele­vant in diesem Zusam­men­hang ist ein Nähe­rungs­wert bezüg­lich der kWp-Leis­tung. In Deutsch­land geht man hier von folgendem Wert aus:
Pro instal­liertem kWp erzeugt eine Photo­vol­ta­ik­an­lage jähr­lich etwa 1.000 kWh Strom.



Eine größere PV-Anlage mit 25 kWp auf dem Dach eines Miets­hauses würde dementspre­chend 25.000 kWh Strom erzeugen. Zum Vergleich: Ein durch­schnitt­li­ches Elek­tro­auto benö­tigt zirka 15 kWh pro 100 km.



In diesem Zusam­men­hang bedeutet jede Eigen­strom­nut­zung eine schnel­lere Amor­ti­sa­tion. Strom­spei­cher können hierbei stark helfen, da bei einer PV-Anlage Erzeu­gung und Verbrauch zeit­lich nicht immer zusam­men­fallen. Wird die Photo­vol­taik mit einer intel­li­genten Wallbox gekop­pelt, dann ist es unter bestimmten tech­ni­schen Voraus­set­zungen sogar möglich, Elek­tro­autos als Strom­spei­cher zu nutzen.



Als weiterer Nähe­rungs­wert für die Amor­ti­sa­tion gilt hier Folgendes:

Bei einer eigen­fi­nan­zierten PV-Anlage mit Spei­cher und dadurch Eigen­ver­brauch von etwa 100 Prozent beträgt die Amor­ti­sa­ti­ons­dauer typi­scher­weise maximal 10 Jahre.



Danach betragen die Geste­hungs­kosten nur noch wenige Cent – das, was für die Wartung der Photo­vol­ta­ik­an­lage anfällt.

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Wohngebiet mit Einfamilienhäusern: Photovoltaik-Module auf Dächern unterschiedlicher Ausrichtung

Eigen­ver­brauchs­quote und Autar­kie­grad

Ohne Batte­rie­spei­cher errei­chen private PV Anlagen typi­scher­weise rund 25 bis 35 Prozent Eigen­ver­brauch, weil Erzeu­gung und Verbrauch zeit­lich ausein­an­der­fallen. Mit einem passend dimen­sio­nierten Batte­rie­spei­cher sind etwa 65 bis 80 Prozent Eigen­ver­brauch realis­tisch, in optimal abge­stimmten Systemen auch darüber.


Degra­da­tion von PV-Anlagen: Was Sie bei der Planung beachten sollten 

In einer Photo­vol­ta­ik­an­lage bewegt sich nichts. Es erfolgt also keinerlei mecha­ni­sche Abnut­zung. Dennoch sorgt das Funk­ti­ons­prinzip der im Sili­zium der Solar­zellen wandernden Elek­tronen für eine gewisse Abnut­zung auf mole­ku­larer Ebene. Sie vermin­dert über die Jahre sowohl Anla­gen­er­trag als auch -leis­tung. Hier gelten aktuell folgende Kenn­werte:

 

  • Sofort nach Inbe­trieb­nahme kommt es in den ersten Tagen zu einer Degra­da­tion von 1 bis 2 Prozent. Dies ist jedoch uner­heb­lich, da die Leis­tungs­an­gaben der Hersteller für die Module bereits diesen Wert beinhalten.
  • Bei den übli­chen kris­tal­linen Modulen beträgt die Degra­da­tion pro Betriebs­jahr realis­ti­sche 0,1 bis 0,2 Prozent. Der häufig verwen­dete Wert von 0,5 Prozent ist deshalb eher hoch ange­setzt.
  • Nach 10 Betriebs­jahren erreicht eine Photo­vol­ta­ik­an­lage deshalb noch mindes­tens 95 Prozent ihres ursprüng­li­chen Wirkungs­grades. Selbst nach 25 Jahren sind es noch zirka 87 Prozent.

 

Zudem muss die Ertrags- und Leis­tungs­min­de­rung durch Verschmut­zung einbe­zogen werden. Durch die Modul­nei­gung haben PV-Anlagen zwar eine gewisse Selbst­rei­ni­gungs­fä­hig­keit bei Nieder­schlägen. Dennoch sollte eine Photo­vol­ta­ik­an­lage im fünf­jähr­li­chen Turnus gerei­nigt werden – an schmut­zi­geren Stand­orten wahr­schein­lich häufiger.



Photo­vol­ta­ik­an­lage planen: So läuft die Planung in der Praxis ab

Von der Idee bis zur funk­ti­ons­fä­higen PV-Anlage mit Lade­sta­tionen für Elek­tro­autos ist es kein weiter Weg. In der Praxis zeigt sich jedoch immer eine ähnlich gela­gerte Abfolge von Schritten.


  • Schritt 1: Stand­ort­ana­lyse

    Es wird vor Ort über­prüft, welche Art von Photo­vol­ta­ik­an­lage sich hier über­haupt instal­lieren lässt:

    • Lokale Sonnen­ein­strah­lung,
    • zur Verfü­gung stehende Flächen und
    • stati­sche Erwä­gungen

    werden dies­be­züg­lich eruiert. Am Ende dieses Schrittes steht nicht nur die Antwort, ob der Standort sich gene­rell eignet, sondern über­dies, welche solaren Erträge hier realis­tisch machbar sind. Wer eine Solar­an­lage plant, kann sich zusätz­lich mit einem Online-Tool, einem soge­nannten PV-Anlage-Planer, eine erste Einschät­zung holen und die PV-Anlage so bereits vorab online planen.

  • Schritt 2: Anla­gen­de­fi­ni­tion

    In diesem Schritt wird die eigent­liche Photo­vol­ta­ik­an­lage defi­niert:

    • Die Art der Mode und deren Anzahl,
    • die Art der Unter­kon­struk­tion, deren Befes­ti­gung und etwaiger Ballast,
    • die gewünschte Art der Nutzung, etwa als Photo­vol­taik-Insel­an­lage für Elek­tro­autos mit Strom­spei­cher ohne Netz­ein­spei­sung,
    • die Zahl der Lade­punkte und die Art und Weise, wie die Wall­boxen mit der PV-Anlage gekop­pelt werden,
    • die gewünschte Art des Lasten­ma­nage­ments, um beim E-Auto-Laden die Kosten zu mini­mieren.

    Auch die Wahl des Wech­sel­rich­ters spielt hier eine Rolle, da er den erzeugten Gleich­strom in nutz­baren Wech­sel­strom umwan­delt und meist die Kompo­nente mit der kürzesten Lebens­dauer in der Anlage ist. Ferner werden in diesem Schritt auto­ma­tisch die weiteren Umbau­maß­nahmen defi­niert. Beispiels­weise die elek­tri­schen Leitungen, um die Wall­boxen mit der PV-Anlage zu koppeln.

  • Schritt 3: Anbie­ter­aus­wahl

    Es gibt viele Hersteller von Photo­vol­taik, dazu­ge­hö­rigen Systemen sowie Unter­nehmen, welche die prak­ti­sche Durch­füh­rung der Instal­la­tion über­nehmen. In der Praxis über­schneidet sich dieser Schritt oftmals mit dem Vorhe­rigen, da bei der Anla­gen­de­fi­ni­tion oft auto­ma­tisch bereits eine Filte­rung der Anbieter aufgrund deren Port­folio erfolgt. So bietet es sich etwa an, einen Wallbox-Komplett­an­bieter mit einem eben­sol­chen für die PV-Anlage zu kombi­nieren.
    In diesem Schritt werden zudem Kosten­vor­an­schläge einge­holt. Dies ist nötig, um einen möglich exakten Kosten­über­blick zu bekommen.

  • Schritt 4: Finan­zie­rung

    Wenn die Kosten bekannt sind, kann die Finan­zie­rung gesi­chert werden. Hierbei gilt, dass eine Fremd­fi­nan­zie­rung die Amor­ti­sa­tion verlän­gert. Dies aufgrund der notwen­digen Zins­zah­lungen. Wichtig ist hierbei zudem, die mögli­chen Förde­rungs­mittel zusam­men­zu­tragen. Sowohl für private als auch gewerb­liche PV-Anlagen sowie den Einbau von Lade­punkten exis­tieren zahl­reiche Förder­pro­gramme auf Bundes-, Landes- sowie weiter unten ange­sie­delten Ebenen. Die offi­zi­elle Förder­da­ten­bank des Bundes­mi­nis­te­riums für Wirt­schaft und Klima­schutz liefert hierfür eine trans­pa­rente Anlauf­stelle.


Wenn diese Schritte durch­ge­führt wurden, verbleibt nur noch die Instal­la­tion der Anlage, deren Inbe­trieb­nahme und – äußerst wichtig – die Anmel­dung aller Kompo­nenten bei den entspre­chenden Stellen: Die PV-Anlage muss bei der Bundes­netz­agentur ange­zeigt werden; die Wall­boxen hingegen beim Netz­be­treiber. Falls es sich um öffent­lich zugäng­liche Lade­punkte handelt, müssen diese eben­falls der Bundes­netz­agentur gemeldet werden.



Häufige Fragen zur PV-Anla­gen­pla­nung

  • Lohnt es sich, eine PV-Anlage zu mieten oder zu kaufen?

    Eine PV-Anlage lässt sich kaufen oder über ein Miet­mo­dell nutzen. Beim Kauf trägt der Eigen­tümer die Inves­ti­tion selbst und profi­tiert nach der Amor­ti­sa­tion von nahezu kosten­freiem Strom. Beim Miet­mo­dell bleibt der Anbieter Eigen­tümer der Anlage; die Einstiegs­hürde ist geringer, dafür wird über die gesamte Vertrags­dauer eine feste Rate gezahlt. Welches Modell sich rechnet, hängt von Eigen­ka­pital, Eigen­ver­brauchs­quote und Vertrags­lauf­zeit ab.

  • Wie hoch ist die aktu­elle Einspei­se­ver­gü­tung für eine PV-Anlage?

    Für nicht selbst genutzten Strom gibt es eine Einspei­se­ver­gü­tung nach EEG. Seit dem 1. Februar 2026 sind das bei Teil­ein­spei­sung 7,78 Cent/kWh für Anlagen bis 10 kWp und 6,73 Cent/kWh für den Anla­gen­teil von 10 bis 40 kWp. Ab dem 1. August 2026 sinken diese Sätze plan­mäßig um 1 Prozent auf 7,71 bzw. 6,67 Cent/kWh. Da sich der Satz halb­jähr­lich redu­ziert, ist der Zeit­punkt der Inbe­trieb­nahme entschei­dend – er gilt dann für 20 Jahre. Wirt­schaft­lich attrak­tiver bleibt in der Regel der Eigen­ver­brauch, den ein Ener­gie­ma­nage­ment-System gezielt erhöht.

  • Welche Anla­gen­größe (kWp) brauche ich, wenn ich eine PV-Anlage plane?

    Als Faust­regel gilt: Jahres­strom­ver­brauch in kWh × 1,5 ÷ 1.000 = grobe kWp-Leis­tung zur reinen Bedarfs­de­ckung. Planen Sie zusätz­liche Verbrau­cher wie eine Wärme­pumpe oder ein E-Auto von Anfang an ein, sollte der Faktor auf 2,0 bis 2,5 steigen, da größere Anlagen pro kWp wirt­schaft­li­cher sind. Pro kWp werden bei modernen Modulen rund 5 bis 6 m² Dach­fläche benö­tigt, und eine Anlage erzeugt in Deutsch­land je kWp im Mittel etwa 1.000 kWh Strom pro Jahr (je nach Standort und Ausrich­tung 900 bis 1.100 kWh).

  • Worauf ist beim Anbieter- und Ange­bots­ver­gleich zu achten?

    Ange­bote sollten als Fest­preis vorliegen und alle Posten enthalten: Module, Wech­sel­richter, Spei­cher, Unter­kon­struk­tion, Gerüst, Montage, Anmel­dung und ggf. den Umbau des Zähler­schranks. Seriöse Fach­be­triebe besich­tigen das Dach vor dem Angebot, rechnen trans­pa­rent ab und weisen die verbauten Kompo­nenten konkret aus. Mehrere Vergleichs­an­ge­bote und Refe­renzen schaffen zusätz­liche Sicher­heit.

  • Muss ich meine PV-Anlage versi­chern?

    Eine PV-Anlage lässt sich über drei Wege absi­chern: als Ergän­zung zur beste­henden Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung, über eine eigen­stän­dige Photo­vol­taik-Versi­che­rung oder über eine sepa­rate Elek­tro­nik­ver­si­che­rung für die tech­ni­schen Kompo­nenten. Viele beste­hende Gebäu­de­ver­si­che­rungen schließen Schäden an der PV-Anlage auto­ma­tisch ein, andere verlangen eine sepa­rate Meldung oder einen Zusatz­bau­stein. Vor der Instal­la­tion lohnt sich deshalb die Rück­frage beim beste­henden Versi­cherer, ob die Anlage bereits mitver­si­chert ist oder ergänzt werden muss.

  • Kann ich meine Wallbox direkt mit der PV-Anlage koppeln?

    Ja. Wird die Photo­vol­taik mit einer intel­li­genten Wallbox gekop­pelt, sinken die Kosten fürs E-Auto-Laden auf etwa 8 bis 11 Cent/kWh statt rund 30 bis über 40 Cent/kWh bei Netz­strom, je nach Tarif. Ein Ener­gie­ma­nage­ment-System steuert dabei den Vorrang zwischen Haus­halt, Spei­cher und Lade­punkt, sodass möglichst viel Solar­strom direkt ins Fahr­zeug fließt. Unter bestimmten tech­ni­schen Voraus­set­zungen lässt sich das E-Auto sogar als Spei­cher nutzen.

  • Wie viel Eigen­ver­brauch ist mit und ohne Spei­cher möglich?

    Ohne Batte­rie­spei­cher errei­chen private Anlagen real etwa 25 bis 35 Prozent Eigen­ver­brauch. Mit einem passend dimen­sio­nierten Strom­spei­cher steigt die Quote auf etwa 65 bis 80 Prozent, da Erzeu­gung und Verbrauch zeit­lich entkop­pelt werden. Da Eigen­ver­brauch deut­lich lohnender ist als die Einspei­sung, verkürzt jede zusätz­lich selbst genutzte Kilo­watt­stunde die Amor­ti­sa­ti­ons­zeit.