22. Juli 2026
Zukunftsweisende Produkte brauchen mehr als gute Absichten
Warum Kundenorientierung, Portfoliostrategie und bereichsübergreifende Zusammenarbeit wichtig für nachhaltige Produktentscheidungen sind.
Wie lassen sich unsere Nachhaltigkeitsziele in Produkte übersetzen? Bei Hager reicht die Antwort weit über Materialien oder Zertifizierungen hinaus. Entscheidend ist, ökologische Aspekte entlang der gesamten Wertschöpfungskette mitzudenken – von der Produktstrategie und Entwicklung bis hin zur praktischen Anwendung beim Kunden und einem langfristig ausgerichteten Portfoliomanagement.
Nachhaltigkeit für Kunden greifbar machen
Für Amina Osmanovic, Product Marketing Leader im Bereich Marketing & Sales, entfaltet die ökologische Leistung eines Produkts erst dann ihren Wert, wenn Kunden sie im Arbeitsalltag tatsächlich nutzen können.
Als interne Blue Planet Champion unterstützt sie dabei, komplexe Nachhaltigkeitsanforderungen in praxisnahe Lösungen zu übersetzen. Statt Kunden mit einer Vielzahl einzelner Dokumente und Daten zu konfrontieren, geht es darum, Orientierung zu schaffen und Komplexität zu reduzieren. So werden beispielsweise CO₂-Informationen, Zertifizierungen oder regulatorische Anforderungen in verständliche und direkt nutzbare Informationen für Planer, Installateure und Partner übersetzt.
„Kunden suchen nicht nach mehr Storytelling. Sie brauchen klare und unmittelbar nutzbare Nachweise.“ – Amina Osmanovic, Product Marketing Leader
Diese Sichtweise prägt auch die Entwicklung neuer Produkte. Ein Beispiel dafür ist das One Switch System, das auf der Messe „Light + Building 2026“ vorgestellt wurde. Teile des Schalterprogramms bestehen aus 50 Prozent Post-Consumer-Rezyklat und sind nach Cradle to Cradle Certified® Bronze Version 4.1 zertifiziert. Die eigentliche Herausforderung bestand jedoch darin, diese Weiterentwicklung umzusetzen, ohne den Arbeitsalltag unserer Kunden komplizierter zu machen.
Keine Änderungen bei der Installation. Keine Kompromisse bei der Qualität. Kein separates „grünes Nischenprodukt“. Stattdessen wurde Nachhaltigkeit konsequent in das Standardportfolio integriert.
Nachhaltigkeit im Portfolio verankern
Hinter jedem Produkt von morgen stehen strategische Entscheidungen – von Portfolioprioritäten und Entwicklungszielen bis hin zur Materialauswahl und langfristigen Investitionen.
Bei Hager bilden dafür spezielle Produktportfolio-Roadmaps den Rahmen. Sie übersetzen die Dekarbonisierungsziele in konkrete Entwicklungsprojekte. Die größten Hebel hängen laut Volker Busch, System & Solution Director in System and Product Management, vom jeweiligen Portfolio ab: Mal stehen alternative Materialien im Fokus, mal ein geringerer Energieverbrauch während der Nutzungsphase oder optimierte Produktdesign-Konzepte.
Eines bleibt dabei immer gleich: Umweltaspekte werden nicht als zusätzlicher Baustein betrachtet, sondern sind von Beginn an Teil des Entwicklungsprozesses.
„Nachhaltigkeit und wirtschaftliches Wachstum schließen sich nicht aus – sie sind eng miteinander verbunden.“ – Volker Busch, System & Solution Director
Deshalb sind Umweltkriterien von den ersten Spezifikationen bis zur Markteinführung fest im Hager-Prozess „Create the Offer“ verankert. Produkt-Management, Engineering, Operations, Vertrieb und Marketing arbeiten dabei auf ein gemeinsames Ziel hin. Denn Entscheidungen rund um Nachhaltigkeit wirken sich auf die gesamte Wertschöpfungskette aus – von der Beschaffung über die Produktion bis hin zur Nutzung durch den Kunden und zum langfristigen Geschäftserfolg.
Über das Produkt hinaus gedacht
Beide Perspektiven machen deutlich: Zukunftsfähige Produkte entstehen nie isoliert in einem einzelnen Bereich. Sie sind das Ergebnis eines engen Zusammenspiels unterschiedlicher Funktionen und ebenso einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mit Lieferanten und Partnern. Technisches Know-how, Marktverständnis und bereichsübergreifende Zusammenarbeit sind dabei ebenso entscheidend, wie die Bereitschaft, langfristig zu denken und gemeinsam Verantwortung zu übernehmen.
Vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis in Bezug auf Hagers Nachhaltigkeitsziele: Wirklicher Fortschritt entsteht nicht durch einzelne Versprechen. Er entsteht, wenn Verantwortung konsequent in die Art und Weise einfließt, wie Produkte entwickelt, gesteuert und auf den Markt gebracht werden.
