Wie Hager die Kunststoffextrusion neu denkt
09.April 2026
Kunststoffextrusion ist eine Schlüsseltechnologie für moderne Elektroinstallationen. Mit seinem globalen Eureka-Expertenprogramm vernetzt Hager Wissen über Standorte und Generationen hinweg, um Materialien, Werkzeuge und Prozesse kontinuierlich zu verbessern.
Eine unverzichtbare Technologie für elektrische Anwendungen
Moderne Gebäude, Energiesysteme und Ladeinfrastrukturen benötigen Komponenten, die leicht, langlebig und elektrisch sicher sind. Die Kunststoff-Extrusion macht das möglich.
Das Eureka-Programm von Hager bringt Experten weltweit zusammen, um dieses kritische Know-how kontinuierlich weiterzuentwickeln, zu verfeinern und zukunftsfähig zu gestalten. Das Ziel: Höchste
Qualitätsstandards erfüllen und sich wandelnde Marktanforderungen antizipieren.
Bei der Extrusion werden spezielle Polymere aufgeschmolzen und zu präzisen Profilen geformt. Diese vereinen elektrische Isolation, mechanische Stabilität und Gestaltungsflexibilität – Eigenschaften, die Kunststoffe für unzählige Anwendungen unersetzlich machen.
Doch der Prozess ist höchst anspruchsvoll: Materialverhalten, Werkzeuggeometrie und Maschinenparameter müssen perfekt aufeinander abgestimmt sein. Schon minimale Abweichungen können Dimensionsstabilität, Oberflächenqualität oder Langzeitperformance beeinträchtigen – mit Folgen für Ausschussraten und Wettbewerbsfähigkeit.
Nur durch ständige Forschung, Tests und Optimierung entstehen Lösungen, die überzeugen. Hier wird Expertise zum Erfolgsfaktor.
Zwei Wege, ein Ziel
Seit über vier Jahrzehnten arbeitet Mauro Canepa mit Extrusionsmaschinen bei Bocchiotti in Arenzano (Italien). Er hat jeden Schritt des Prozesses durchlaufen – von der Produktion über die Qualitätssicherung bis hin zu Maschinentechnik und Wartung. Als Bocchiotti 2015 zu Hager kam, wurde sein Wissen Teil eines viel größeren Netzwerks. Heute sieht er seine wichtigste Aufgabe darin, dieses Know-how an die nächste Generation weiterzugeben. Sein persönliches Motto bringt es auf den Punkt: „Schmerz, Geduld, Leidenschaft“ – drei Worte, die seine Haltung zum Handwerk prägen.
In Heltersberg (Deutschland) hat Christian Hartmann einen anderen Weg eingeschlagen. 2011 begann er bei Hager mit einer Ausbildung zum Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik, spezialisiert auf Formteile. Daraufhin vertiefte er sein Wissen im Rahmen eines 3,5-jährigen dualen Studiums (Bachelor of Engineering in Kunststofftechnik) mit Fokus auf Extrusion und Systemkomponenten – eine Qualifizierung, die er bei Hager/Tehalit abschloss. Seit 2022 ist er Manufacturing Industrialisation Team Leader bei Tehalit und verantwortlich für die Serienproduktion neuer Extrusionsprofile. Sein Fokus: Prozesse vereinfachen und robuster gestalten, indem er Fachwissen in Automatisierung und digitale Lösungen überführt. „Experten müssen digitale Kompetenzen entwickeln, um die Transformation und zukünftige Technologien zu unterstützen“, erklärt er.
Ihre Erfahrungen sind vielfältig, doch ihr Antrieb ist gleich: die Kunststoffextrusion Tag für Tag zu verbessern.
Exzellenz über Standorte hinweg standardisieren
Die Kernkompetenz beider Standorte liegt in der Herstellung von Elektroinstallationskanälen (wie Schlitzkanäle), die im Hager-Portfolio und an anderen Firmenstandorten Anwendung finden.
Die Zusammenarbeit zwischen Mauro und Christian folgt einem einfachen, aber wirkungsvollen Prinzip: Werkzeuge und Lösungen, die in Deutschland entwickelt werden, durchlaufen Praxistests auf den italienischen Produktionslinien – und umgekehrt. Ergebnisse und Feedback werden kontinuierlich ausgetauscht, Verbesserungen umgesetzt und Wissen in beide Richtungen transferiert. Dieser ständige Dialog verwandelt Ideen in zuverlässige, praxistaugliche Lösungen.
Gleichzeitig ermöglicht er die Harmonisierung von Ausstattung und Prozessen zwischen den Standorten – was die Flexibilität erhöht, da beide Werke identische Produkte fertigen können. Ein Paradebeispiel: Die Produktion der GT45- und TR45-Kanalprofile für den französischen Gewerbemarkt. Dank standardisierter Werkzeuge, Maschinen und abgestimmter Prozesse ist diese Zusammenarbeit zum Erfolgsmodell geworden – und Vorbild für zukünftige Projekte.
Die Digitalisierung spielt hierbei eine zentrale Rolle. Die Einführung von „digitalen Profilen“ bedeutet einen Meilenstein für beide Standorte: Sie ermöglicht vollständige Prozessnachverfolgbarkeit, umfassende Dokumentation, schnellere Ursachenanalyse und zielgerichtete Optimierungen. Doch es geht um mehr als Transparenz: Diese Innovationen schaffen messbaren Mehrwert, da Prozesse kontinuierlich an die Bedürfnisse interner und externer Kunden angepasst werden können.
Nachhaltigkeit – eines der zentralen Pfeiler von Hager – steht auch in Heltersberg und Arenzano im Fokus. Beide Standorte arbeiten daran, Abfall und Energieverbrauch zu reduzieren, den Anteil recycelter Materialien zu erhöhen sowie Werkzeuge, Prozessstabilität und Materialauswahl kontinuierlich zu optimieren. Ein Leuchtturmprojekt: das CORP-Projekt, das die systematische Rückgewinnung und Wiederverwendung interner und externer Materialien vorantreibt.
Aus einer einst wettbewerbsorientierten Beziehung ist dank Eureka eine enge, konstruktive Zusammenarbeit geworden.
Aus individueller Expertise wird kollektive Stärke
Die Herausforderungen an die Industrie sind anspruchsvoll: Investitionen in neue Extrusionslinien, Standardisierung und Nachhaltigkeit der Prozesse, Integration digitaler Technologien zur Modernisierung der Werke sowie Ausbildung und Inspiration der nächsten Expertengeneration.
Genau hier setzt das Eureka-Programm an. Als Programm für technisches und wissenschaftliches Wissensmanagement verbindet Eureka Experten weltweit, erkennt und würdigt ihr Know-how und fördert strukturierten Austausch. Die Experten arbeiten eng mit dem Product Marketing & Engineering zusammen, um technische Expertise, Produktanforderungen und Marktperspektiven von Anfang an aufeinander abzustimmen.
Indem es individuelles Wissen in kollektive Kompetenz verwandelt, schafft Hager mit seinem Programm eine starke firmeninterne Plattform, die dieses Wissen bewahrt und kontinuierlich erweitert, Teams befähigt, schneller und effektiver auf Produktions- und Entwicklungsherausforderungen zu reagieren sowie die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens stärkt.
All dies wird durch ein herausragendes Team ermöglicht, das über Grenzen hinweg zusammenarbeitet. Die Standorte in Heltersberg und Arenzano beweisen: Wenn Wissen geteilt und Lösungen gemeinsam entwickelt werden, entsteht mehr als Prozessverbesserung – es entsteht eine gemeinsame Zukunft.
Für Mauro bedeutet Eureka, dass sein hart erarbeitetes Wissen nicht verloren geht. Für Christian ist es eine Chance, Expertise näher an die Maschinen und in den Produktionsalltag zu bringen. Das Ergebnis: bessere Zusammenarbeit, stärkere Innovation und eine gemeinsame Vision, um die elektrische Welt von morgen zu gestalten.








