Rauch­warn­melder

Erfahren Sie alles über die Funk­ti­ons­weise und die Anwen­dungs­be­reiche eines Rauch­warn­mel­ders


Feuer zählt zu den heim­tü­ckischsten Gefahren in den eigenen vier Wänden. Bereits drei Atem­züge hoch­gif­tigen Brand­rauchs können zum Tod durch Rauch­ver­gif­tung führen. Daher kann ein Rauch­warn­melder Leben retten, denn er erkennt den Rauch und schlägt Alarm. 
Erfahren Sie hier Wissens­wertes über die Rauch­warn­mel­d­er­pflicht sowie zu unseren Rauch­warn­mel­dern, Wärme­warn­mel­dern und funk­ver­netzten Lösungen.

 


Normen Rauch­warn­melder

Infor­mieren Sie sich über die DIN EN 14604, 2005-10 und die Geset­zes­lage zur Rauch­warn­mel­d­er­pflicht


Der Streu­licht Rauch­warn­melder von Hager

Funk­ti­ons­weise

Der Streu­licht-Rauch­warn­melder ist ein opti­scher Rauch­warn­melder. Darin instal­liert sind jeweils eine Licht­quelle und ein Foto­ele­ment. Diese sind so ange­ordnet, dass das Licht der Licht­quelle das Foto­ele­ment im Normal­fall nicht errei­chen kann. Dadurch werden die Licht­strahlen nicht gebro­chen, denn in sauberer Luft wird das Licht nicht reflek­tiert.

Dringt hingegen Rauch in die Rauch­kammer ein, werden die Licht­strahlen von den, in der Luft schwe­benden, Teil­chen reflek­tiert und gestreut. Trifft ein Licht­strahl auf das Foto­ele­ment wird dort ein Strom erzeugt. Dieser löst ein akus­ti­sches (85 db/​​3 m) sowie ein opti­sches (rote Warn­leuchte) Signal als Alar­mie­rung aus.



Gut zu wissen:

Bei aller Sensi­bi­lität sind Hager Rauch­warn­melder aber äußerst robust: Sie trotzen Tempe­ra­turen von –10 bis +65 °C und sind so überall im Haus einsetzbar.


Fehler­un­ter­drü­ckung

Um den Vorgang der Fehler­un­ter­drü­ckung besser zu verstehen, findet sich hier eine passende Anima­tion zur Verdeut­li­chung. Dabei sieht man, dass zur Vermei­dung eines Fehl­alarms in den Rauch­warn­mel­dern erst ein Alarm ausge­löst wird, nachdem ein bestimmter Grenz­wert über einen defi­nierten Zeit­raum über­schritten wird.



PGSA-Tech­no­logie

Achtung: Bei No-Name-Rauch­warn­mel­dern wird die Auslö­se­emp­find­lich­keit mit der Zeit durch Haus­staub, Ziga­ret­ten­rauch oder elek­tri­sche Impulse beein­träch­tigt.

Die Folgen:

  • gerin­gere Lebens­dauer (oft nur 3 Jahre)
  • höhere Fehl­alarm­quote
  • kein Auslösen im Brand­fall

Um das zu verhin­dern, sind alle Rauch­warn­melder von Hager mit der inno­va­tiven PGSA-Tech­no­logie (prozes­sor­ge­steu­erte Signal­aus­wer­tung) ausge­stattet.
PGSA: Ein inte­grierter Prozessor passt die Detek­ti­ons­emp­find­lich­keit alle 10 Sekunden dem aktu­ellen Verschmut­zungs­grad an. Das garan­tiert mindes­tens 10 Jahre zuver­läs­sigen Betrieb bei mini­maler Fehl­alarm­rate.



(Wärme-) Dual­warn­melder

Funk­ti­ons­weise

Dual­warn­melder vereinen die Funk­tionen des Rauch­warn­mel­ders und denen des Wärme­warn­mel­ders.
Wärme­warn­melder eignen sich zum Einsatz in Räumen, in denen konven­tio­nelle Rauch­warn­melder auf Grund von Wasser­dampf- oder Staub­ent­wick­lung zu häufigen Fehl­alarmen neigen und deshalb nicht verwendet werden können. 
Dazu zählen:

  • Küchen
  • Bädern
  • Garagen
  • Dach­böden


Wärme­warn­melder arbeiten nach dem Tempe­ra­tur­an­stiegs­prinzip: Steigt die Raum­tem­pe­ratur unge­wöhn­lich schnell an oder erreicht den Schwel­len­wert von 54 °C, wird ein Alarm ausge­löst.

Dual­warn­melder von Hager können problemlos mit Hager Rauch­warn­mel­dern vernetzt werden und bieten so noch mehr Sicher­heit im ganzen Haus.

Wichtig!! Wärme­warn­melder verfügen über eine verzö­gerte Auslö­sung im Vergleich zu Rauch­warn­mel­dern, sind dafür aber unemp­find­li­cher gegen Stör­ein­flüsse wie Wasser­dampf oder Staub.

 



Instal­la­ti­ons­hin­weise
Rauch- und Wärme­warn­melder

  • Anwen­dungs­emp­feh­lung gemäß DIN 14676

    Mindest­schutz

    Wo?

    • Gere­gelt durch die jewei­lige Landes­bau­ord­nung 
    • In allen Schlaf­be­rei­chen und Fluren, die als Flucht­wege dienen (aber nicht im Multi­flat = abge­schlos­sene Wohnungen in Etagen mit Trep­pen­haus) 
    • Für einen opti­maler Schutz: Instal­la­tion in allen Räumen

    Wie?

    • Instal­la­tion des Melders in möglichst zentraler Posi­tion
    • Grund­sätz­lich darf der Über­wa­chungs­be­reich der Rauch­warn­melder laut DIN 14676 60m² nicht über­schreiten
       

    Achtung Sonder­fälle: 

    Wärme­warn­melder statt Rauch­warn­melder in Räumen mit

    • Koch- oder Wasser­dampf 
    • Gefahr eine Feuch­tig­keits­kom­pen­sa­tion (Küche, Bad, Wasch­küche) 
    • hohe Staub­be­las­tung (Dach­boden, Garage)

    Achtung: Die Landes­bau­ord­nungen (LBO), die hierfür maßge­bend sind, können abwei­chen.

  • Erwei­terte Instal­la­ti­ons­hin­weise

    Wie erwähnt darf der Über­wa­chungs­be­reich der Rauch­warn­melder laut DIN 14676 60m² nicht über­schreiten:

    • Hager Rauch­warn­melder Über­wa­chungs­be­reich 50m²
    • Hager Wärme­melder (Dual­melder) Über­wa­chungs­be­reich 30m²
    • vorzugs­weise in der Mitte der Raum­decke (h max = 6 m)
    • abseits von Belüf­tungs­aus­lässen
    • mindes­tens 50 cm entfernt von Hinder­nissen (Trenn­wände, Mauer, Balken ...)
    • bei Fluren über 10 m Länge idea­ler­weise ein Melder an beiden Enden (ein Melder über­wacht maximal 7,5 m pro Seite)
    • in schmalen Fluren (< 1 m) Melder in der Mitte oder an der Wand montieren (siehe Voraus­set­zungen Wand­mon­tage)
    • bei Decken mit Decken­balken (oder Ähnli­chem), welche eine Höhe > 0,2 m aufweisen, müssen zusätz­liche Melder in jedem Decken­ab­schnitt instal­liert werden

     

    Sollte eine Decken­mon­tage nicht möglich sein, kann der Rauch­warn­melder unter folgenden Voraus­set­zungen auch an der Wand montiert werden:

    • Die Wand­mon­tage muss vom Hersteller geneh­migt sein
    • 50 cm Abstand zur Decke vom äußeren Rand des Rauch­warn­mel­ders
    • vorzugs­weise an der längsten Wand des Raumes möglichst im mitt­leren Drittel montiert
    • abseits von Stör­quellen (Strom­zähler, elek­tro­ni­sche Vorschalt­ge­räte (EVG), Metall­ge­häuse ...)
    • Dach­schrägen ≤ 20° sind wie hori­zon­tale Decken zu behan­deln

     

    Folgende Einbau­orte sind zu vermeiden:

    • in unmit­tel­barer Nähe (Mindest­ab­stand 50 cm) von Leuchten
    • stau­bige Räume
    • Räume, in denen die Tempe­ratur unter –10 °C fallen oder über +65 °C steigen kann, da hier­durch Fehl­funk­tionen auftreten können
    • in einem Abstand von unter 1 m zu Heizungs­aus­lässen, Kühlungs- oder Belüf­tungs­öff­nungen, da dadurch der Rauch verteilt werden könnte
    • in einem Abstand von mindes­tens 6 m zu Kaminen oder Holz­öfen, deren Verbren­nungs­ab­gase einen Fehl­alarm auslösen könnten
    • in Räumen, in denen Koch- oder Wasser­dampf einen Fehl­alarm auslösen könnte
    • Räume, in denen die Gefahr einer Feuch­tig­keits­kon­den­sa­tion besteht (Bade­zimmer, Wasch­küche ...)
    • am höchsten Punkt von (A-förmigen) Spitz­bo­gen­de­cken, da ein Luft­polster an dieser Stelle verhin­dern könnte, dass der Rauch in den Melder gelangt
  • Funk­ver­net­zung von Rauch- und (Dual-) Wärme­warn­mel­dern

    Ob Sie Rauch­warn­melder solitär, draht­ge­bunden oder im Funk­netz­werk betreiben, hängt nicht zuletzt von der Gebäu­de­struktur und dem Instal­la­ti­ons­auf­wand ab.

     

    Funk­ver­net­zung des TG550

    Bei Nach­rüs­tung sind, aufgrund der verein­fachten Instal­la­tion, Funk-Rauch- und -Wärme­warn­melder zu empfehlen. Die Funk­ver­bin­dung erfolgt werk­zeuglos direkt am Gerät per Inter­link mit der Push-Button-Funk­tion (quick­link).

    Die funk­ver­netzten Geräte sind mit Batterie- und Netz­be­trieb erhält­lich und besitzen eine sehr große Reich­weite (bis zu 30 m im Gebäude). Genutzt wird das 868-MHz-Band, welches sich durch hohe Über­tra­gungs­si­cher­heit und geringe Stör­an­fäl­lig­keit auszeichnet.
    Beim Netz­werkaufbau wird ein Gerät zentral als „Repeater“ plat­ziert und über­nimmt die Verstär­ker­po­si­tion. Somit kann die Reich­weite erhöht werden. 
    Je nach bauli­chen Gege­ben­heiten können bis zu 40 Geräte in eine Funklinie inte­griert werden. Zusätz­lich ist es auch möglich, Wärme­warn­melder per Funk in einen Netz­ver­bund aufzu­nehmen.

    Schaubild Funkvernetung von Rauch- und (Dual-) Wärmemeldern

Quali­täts­si­cher­stel­lung der Rauch­warn­melder durch die Norm und das Q-Label

  • nach Din EN 14604

    Alle, in Deutsch­land erwerb­li­chen, Rauch­warn­melder und Funk­rauch­warn­melder müssen nach der EU-Produkt­norm DIN EN 14604 zerti­fi­ziert sein. Diese Kenn­zeich­nung erfolgte bis März 2015 nach Bestehen von 29 Prüf­ver­fahren, von denen einige durch eine Produkt­zer­ti­fi­zie­rungs­ein­rich­tung (VdS Scha­den­ver­hü­tung oder Kriwan Test­zen­trum) durch­ge­führt werden mussten. 
    Seit April 2015 reicht das Erfüllen einer der Vorgaben um die CE-Kenn­zeich­nung zu erhalten. Diese muss nicht immer zwin­gend durch eine Einrich­tung, sondern kann teil­weise auch durch den Hersteller nach­ge­wiesen werden.
    Seit 01.04.2019 ist für eine Zerti­fi­zie­rung nach VdS und Kriwan das Erfüllen der Norm und zudem zusätz­li­cher Anfor­de­rungen Pflicht. Diese Zusatz­an­for­de­rungen sind gere­gelt in der VdS 3131 bzw. vfdb 14-01 und sind auch die Grund­vor­aus­set­zung für das Q-Label.

  • Da Q-Label ergänzt die Norm

    Das bishe­rige Prüf­zei­chen (VDS) sagt nichts über die Qualität der Rauch­warn­melder aus. Aus diesem Grund gibt es seit Juni 2011 mit dem Q-Label ein marken­un­ab­hän­giges Quali­täts­zei­chen für Rauch­warn­melder mit erhöhter Quali­täts­prü­fung. Es basiert auf zusätz­li­chen und strengen Prüf­kri­te­rien, die die Verei­ni­gung zur Förde­rung des deut­schen Brand­schutzes (vfdb) entwi­ckelt und in der vfdb-Richt­linie 14-01 fest­ge­halten hat.

     

    Wesent­liche Leis­tungs­merk­male des Q-Labels sind:

    • erhöhte Ferti­gungs­stan­dards gemäß Indus­tri­e­norm IPC, Klasse 2
    • erhöhter Korro­si­ons­schutz durch 5-mal längeren Dauer­test auf Schad­stoff­be­las­tung (Schwe­fel­di­oxid)
    • erwei­terter Schutz gegen das Eindringen von Fremd­kör­pern in die Mess­kammer
    • 5-mal längerer Dauer­test auf Luft­feuch­tig­keit
    • 10-mal häufi­gerer Tempe­ra­tur­wech­sel­test bei extre­meren Tempe­ra­tur­schwan­kungen
    • erhöhte Stabi­lität gegen äußere Einflüsse durch geprüfte Festig­keit gegen mecha­ni­sche Einwir­kungen gemäß Indus­tri­e­norm DIN EN 54-7
    • maxi­male elek­tro­ma­gne­ti­sche Verträg­lich­keit
    • fest einge­baute Batterie mit mindes­tens 10 Jahren Lebens­dauer

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